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Alpakas im Lysbüchel

Im Lysbüchel tut sich was: Das Café «S’coole Alpaca» soll den Kaffeeliebhaber*innen im aufstrebenden Quartier einen Ort zum Chillen geben.

Cristian Lopez S'Coole Alpaca
Cristian López, vorher bei der Gassenküche und beim Café Einzigartig tätig, erfüllt sich mit dem Café einen Traum. (Bild: David Rutschmann)

Auf den Punkt:

  • An der Beckenstrasse 10 im Lysbüchel eröffnet das neue Café «S’coole Alpaca». Die Eröffnung ist für 24. Januar geplant.

  • Angeboten werden Specialty Coffee, der ecuadorianischen Bäuerinnen zugutekommt, aber auch kleine Speisen mit lateinamerikanischen Einflüssen.

  • Inhaber Cristian López stammt selbst aus Ecuador, zuletzt hat er in der Gassenküche und im integrativen Café Einzigartig gearbeitet.

Das Lysbüchel darf sich auf ein neues Café freuen. Im Gewerberaum des Genossenschaftswohnhauses «Coco» in der Beckenstrasse 10, wo bisher das Berufsvorbereitungsangebot Aha Ponte eingebracht war, wird bald das «S’coole Alpaca» eröffnen. Alpakas leben in den höchsten Höhen der Anden – wo auch die Kaffeebohnen angebaut werden, die Inhaber Cristian López verwendet.

Der Kaffeeliebhaber (am liebsten würde er irgendwann selbst vor Ort rösten) sinniert über das süssliche, vollmundige Aroma der Kaffeesorte «Café Mujeres»: «Der Kaffee des Projekts überzeugt mich neben seinem Geschmack aufgrund seines Ziels einer sozialen Wirkung in meinem Land.» Mit dem Verkauf werden Frauen, die in der männerdominierten Kaffeeproduktion arbeiten, mit fairen Löhnen unterstützt, geschult und als selbständige Finqueras (Bäuerinnen) gefördert. Sie sind meist Hauptverdienerinnen ihrer Familien. López war selbst schon vor Ort in den Fincas und kennt die Besitzerin von Galletti Café responsable, Ena E. Galletti, persönlich.

Vor fünf Jahren noch in Ecuador, heute eigenes Lokal

Der soziale Aspekt seines Cafés ist López wichtig – er möchte auch möglichst regionale Bio-Produkte verwenden (natürlich per Cargovelo geliefert). Er arbeitete zuletzt immer im sozialgastronomischen Bereich. Nachdem er vor fünf Jahren aus Ecuador zu seiner Partnerin nach Basel zog, lernte er zunächst Koch und arbeitete dann als Barista im Café Einzigartig in Arlesheim, wo er mit Menschen mit Behinderung zusammenarbeitete.

Die letzten beiden Jahre arbeitete er als stellvertretender Küchenleiter der Gassenküche Basel. «Die Gäste der Gassenküche und das Team sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich werde sie vermissen. Mir gefällt eben der Kontakt mit unterschiedlichen Menschen», erzählt er. Doch er freut sich jetzt auf die Eröffnung des eigenen Cafés, womit für ihn ein grosser Traum in Erfüllung geht. «Im Lysbüchel passiert gerade sehr viel, es ist sehr lebendig. Ich hoffe, mein Café gefällt den Menschen hier.» Es soll ein Familienlokal sein, in dem alle willkommen sind. Jeden Sonntag will er das junge Quartier zum Brunch zusammenbringen.

S'Coole Alpaca
Das Geschirr hat López selbst mit Freund*innen in Ecuador handgefertigt. (Bild: David Rutschmann)

Und auch wenn das Alpaka im «S’coole Alpaca» allgegenwertig ist – vom Sparalpaka auf dem Tresen über das Spielzeug in der Spielecke und das Logo auf dem Keramik-Geschirr (handgefertigt von López und einer Freundin in Ecuador) hin zu den Alpaka-Wolldecken, in die man sich im Winter draussen einkuscheln kann –, soll das Café nicht monothematisch das «Ecuador-Café» sein: «Der Fokus liegt nicht auf meinem Land, sondern darauf, was mir gefällt.»

So ist auch der Namen des Cafés eine Kombination aus schweizerischen und ecuadorianischen Einflüssen: «S’coole Alpaca» bringt spielerisch schweizerdeutschen Dialekt und López’ flauschige Lieblingstiere zusammen. Mit derselben Mentalität ging López bei der Gestaltung der Speisekarte vor, wo sich ebenfalls subtile lateinamerikanische Einflüsse finden.

Raclette-Humitas und Anden-Cheesecake

Zwischen Bowls und Sandwiches gibt es dann beispielsweise Empanadas vom kolumbianischen Restaurant Nuestra Tierra in Kleinhüningen. Oder Humitas, die lateinamerikanischen Maistäschchen – aber als Schweizer Variante, überbacken mit Raclette-Käse. Oder eben einen Cheesecake «De los andes», in dessen Kuchenboden Macambo verarbeitet wird, «weisse Kakaobohnen» mit einem nussigen Geschmack. Auch Guayusa als vegane Panna Cotta hergestellt, rät López zu probieren.

Selber einen Eindruck davon machen kann man sich ab dem 24. Januar, wenn die Eröffnungsfeier stattfinden soll.

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David Rutschmann

Das ist David (er/ihm):

Von Waldshut (Deutschland) den Rhein runter nach Basel treiben lassen. Used to be Journalismus-Student (ZHAW Winterthur) und Dauer-Praktikant (Lokalzeitungen am Hochrhein, taz in Berlin, Wissenschaftsmagazin higgs). Besonderes Augenmerk auf Klimapolitik, Wohnpolitik, Demopolitik und Politikpolitik. Way too many Anglizismen.

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